Wenn Zahlen die Wahrheit sprechen

Hard-Facts enttarnen schlechten Streaming-Witz

Kürzlich veröffentlichte der Sport-Anbieter DAZN mit geschwellter Brust seine Zahlen: Insgesamt 507 Millionen genutzte Stunden verzeichnet der OTT-Dienst weltweit im zurückliegenden Jahr. Durchschnittsreichweiten und andere Fakten zur effektiven Mediennutzung werden in der Jubelmeldung des Unternehmens der britischen Perform Group keine genannt. Dafür brüstet es sich mit einem Zuwachs von 98 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2018), der eindrucksvolle Aufschlüsse über das Ausgangsniveau gibt.

DAZN überträgt Sportveranstaltungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Japan, Kanada, Italien, Spanien, Brasilien und den Vereinigten Staaten. Immerhin ein Markt von 908,21 Millionen Einwohnern. Bei einer Umrechnung auf die Größe des österreichischen Marktes würden ganze 4,9 Millionen Stunden auf die Alpenrepublik entfallen. In der Bundesrepublik Deutschland wären es überschaubare 46,2 Millionen Stunden.

Bei einer Hochrechnung der vorliegenden Zahlen ergeben sich für Österreich im letzten Jahr 9,234 Milliarden Stunden TV-Konsum. In Deutschland liegt dieser Wert bei rund 97 Milliarden Stunden. Zusammengerechnet wurden in den beiden Ländern in 2019 insgesamt etwa 106 Milliarden Stunden TV genutzt – etwa das 200-fache der weltweiten DAZN-Nutzung.

„Es hat einen Grund, warum die Streaming-Anbieter lieber ihre utopischen und virtuellen Unternehmensbewertungen als harte Nutzer- und Nutzungszahlen angeben“, sagt Walter Zinggl (IP Österreich), Sprecher von Screenforce Österreich.

TV-Nutzung in Österreich ist 2019 auf historischen Rekordwert gestiegen

Eine unmissverständliche Sprache über die TV-Nutzung sprechen die aktuellen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft TELETEST. 2019 ist die Nutzungsdauer von Fernsehen in Österreich abermals von 192 auf 196 Minuten pro Tag um zwei Prozent gestiegen. In den letzten fünf Jahren betrug das Wachstum 15 Prozent von 171 Minuten pro Tag in 2015.

„Die steigende TV-Nutzung zeigt deutlich, dass der Streaminghype ein Medienphänomen ist, das nichts mit dem realen Nutzungsverhalten zu tun hat. Das gerne totgesagte lineare Fernsehen wächst sehr lebendig weiter – gemessen in transparenten und validen Zahlen. Genau diese Stabilität und Verlässlichkeit braucht die werbetreibende Wirtschaft!“, betont Zinggl.

Über Screenforce

Screenforce ist die Gattungsinitiative der deutschen, österreichischen und schweizerischen TV-Vermarkter für Fernsehen und Bewegtbild. Die breite Allianz aus 13 Partnern repräsentiert über 95 Prozent des TV-Werbemarkts im deutschsprachigen Raum. Die österreichischen Partner sind ATV, Goldbach Austria, IP Österreich, ORF, ORF-Enterprise, ProSiebenSat.1 PULS 4 und Servus TV. Die Arbeitsgemeinschaft TELETEST (AGTT) ist Teil der Gattungsinitiative. Screenforce unterstützt Werbekunden und Agenturen, für ihre Marken das Beste aus TV und Bewegtbild herauszuholen. Weitere Informationen auf https://www.screenforce.at.