IAA Marketerinnen und Marketer blicken in Zukunft

IAA 4x4 Flip: 25 Jahre IAA Marketerinnen und Marketer des Jahres

Mit dem neuen, exklusiven und experimentellen Online-Format „4×4 Flip“ feiert das IAA Austrian Chapter das 25-jährige Jubiläum der IAA-Institution „Marketer des Jahres“.

Vier hochkarätige Persönlichkeiten, die mit dem Titel „Marketer des Jahres“ geehrt wurden, beantworten in vier Gruppen mit jeweils vier weiteren Gästen vier Fragen an die Zukunft. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten „4×4 Flip“-Runde, powered by ORF-Enterprise, waren (in alphabetischer Reihenfolge): Gerhard Fritsch (Spar), Thomas Saliger (XXXLutz), Ulf Schöttl (Manner) und Tanja Sourek (Bank 99).

Ein Blick auf die Branche und ihre Zukunft

2020 ehrt das IAA Austrian Chapter Bereits zum 25. Mal visionäre Vor- und QuerdenkerInnen der Branche mit der Auszeichnung „Marketer des Jahres“. Es sind dies herausragende Persönlichkeiten, die prägend für die Kommunikationsindustrie waren oder es noch sind. Für das neue kollaborative IAA Format „4×4 Flip“ teilen diese MarketerInnen und ihre Gäste ihre Einschätzungen über die kurz- und mittelfristige Zukunft der Werbe- und Kommunikationsbranche in und nach der Krise.

Die unfreiwillige große Pause Corona hat nicht nur zum Nachdenken, sondern vor allem zum Vordenken gerufen: Konzentration auf das Wesentliche, Hinterfragen von Gewohnheiten, Ausbrechen aus eingefahrenen Mustern und ein frischer, Blick auf eine Zukunft, die es jetzt aktiv zu gestalten gilt. Was kommt und was bleibt, haben 24 Werber und Kommunikatoren herausgearbeitet.

Die „4×4 Flip“-Initiatorinnen und Gastgeberinnen Beatrix Cox-Riesenfelder (ORF-Enterprise), Ursula Arnold (Mindshare), Gabriela Stimpfl-Abele (IAA) und Kristin Hanusch-Linser (IAA Vizepräsidentin, selbst Marketer des Jahres 2011), die das Format moderiert, zeigen sich von den Ergebnissen der ersten Runde und dem positiven Feedback mehr als beeindruckt.

Weniger Show und mehr Substanz

Die Qualität von Beziehungen gewinnt deutlich an Bedeutung. Ein neues, positives miteinander nicht ganz ohne Schattenseiten: Der Gap zwischen arm-reich, Bildung – wenig oder keine Bildung und auch der Generationenkonflikt wird größer. Das derzeit vorherrschende subjektive Sicherheitsgefühl: „Der Staat sorgt für alles“ steht im direkten Gegensatz zur tatsächlichen wirtschaftlichen Situation. Die Ambivalenzen nehmen zu und Menschen müssen lernen, damit umzugehen.

Digital ist das neue Normal

Produktivität geht auch ohne Anwesenheitszwang. Home-Office wird nicht mehr nur geduldet, ortsunabhängiges Arbeiten wird zum erwünschten Standard. Damit verbunden ist auch ein weiterer positiver Aspekt: Das Wachstum der Städte wird sich verlangsamen, das bedeutet weniger pendeln, eine Dezentralisierung der Arbeitsprozesse und ein Umdenken in der Städteplanung. Digitalisierung – nicht nur im Marketing, auch in der Produktion – und e-Learning erhalten einen massiven Schub. Der digitale Rückstand Europas gegenüber China und den USA wird jetzt massiv spürbar, eine starke europäische Online-Handelsplattform und auch eine Cloudlösung müssten unmittelbar realisiert werden.

Reisen und Offline-Meetings: Weniger ist mehr

Ein neuer Pragmatismus macht sich breit und was vor Corona nicht möglich schien, wird plötzlich Alltag: Effiziente Face-to-Face Online Meetings statt aufwändiger Sitzungsroutinen. Damit verbunden auch eine Beschränkung der Berufsreisetätigkeit auf ein Minimum, weniger Geschäftsessen und persönliche Treffen werden selektiver und zu etwas Besonderem.

Marken müssen sich mehr behaupten denn je – Eine Chance für die Kreativwirtschaft

Viele Konsumenten müssen sparen und ihr Kaufverhalten wird sich verändern. Die Aufgabe von Marken ist es jetzt, Unsicherheiten aufzufangen und sich so zu positionieren, dass sie Sicherheit und Effizienz zugleich bieten. Regionalität, Vertrauen, Ehrlichkeit, Authentizität und Transparenz sind neu aufzuladende Werte.

Deshalb sollte in der Krisenbewältigung Markenaufbau einen höheren Stellenwert einnehmen, als das schnelle Aufholen von Umsatzrückgängen. Damit bietet sich für mutige Kreativität eine Riesenchance: Werbung muss Lust auf Produkte machen, Freude bringen und unterhalten. Bauchgefühl und rationales Denken, bewusstes Reflektieren und die Besinnung auf die wichtigen Dinge: Werbung kann hier helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Unternehmerische Zuversicht statt Lamentiererei

Die Befürchtung, dass der derzeit vorherrschende Negativismus, zu einer Selektion im Wirtschaftsleben und Unternehmertum führt ist groß. Anhaltende „Lamentiererei“ könnte zur „Self fulfilling prophecy“ werden. Gute Werbung kann hier gegensteuern: Sie hat die Kraft, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Sie muss als Investition in die Zukunft und nicht als Kostenposition gesehen werden.

Jetzt gilt es, nicht den Anschluss zu verlieren und es ist auch der richtige Zeitpunkt, um mutige Dinge zu tun und nicht die sichere Seite zu wählen. Bei allem gesunden Konkurrenzdenken: So wie die Menschen trotz körperlicher Distanz zusammenrücken, muss die Werbe- und Kommunikationsbranche Zusammenhalt und –arbeit fördern.

“Energy flows, where attention goes! Vertreter des bremsenden, exkludierenden „JA-ABER“-Mindsets dürfen gerne in Quarantäne bleiben. Jetzt sind die positiven, inkludierenden „JA-UND“-Denker am Wort. Diese zu suchen und finden ist jetzt leichter als vorher.“ resümiert IAA Vizepräsidentin Kristin Hanusch-Linser und zeigt sich gespannt auf die nächste Runde, die voraussichtlich noch im Sommer stattfinden wird.

Über die IAA

Die International Advertising Association setzt verantwortungsvoll Qualitätsstandards in der Marketinglandschaft, fördert faire und freie Marktkommunikation in vielen Ländern der Welt. Als internationale Plattform, Drehscheibe und Sprachrohr der Kommunikations- und Werbebranche setzt sich die IAA als einzige Organisation für die kollektiven Interessen der gesamten Branche ein. Sie ist der globale Kompass der Branche. 

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